Aktuelle Neuigkeiten aus der fabelhaften Suppenwelt

Wer klopfet an?
‚O zwei gar arme Leut!‘
Was wollt ihr dann?
‚O gebt uns Herberg heut!
O, durch Gottes Lieb‘ wir bitten,
Öffnet uns doch eure Hütten!‘
O nein, nein, nein!
‚O lasset uns doch ein!‘
Es kann nicht sein.
‚Wir wollen dankbar sein!‘
Nein, nein, nein, es kann nicht sein,
Da geht nur fort, ihr kommt nicht ‚rein

Wer vor der Tür?
‚Ein Weib mit ihrem Mann.‘
Was wollt ihr denn?
‚Hört unser Bitten an!
Lasset heut bei Euch uns wohnen,
Gott wird Euch schon alles lohnen!‘
Was zahlt ihr mir?
‚Kein Geld besitzen wir!‘
Dann geht von hier!
‚O öffnet uns die Tür!‘
Ei, macht mir kein Ungestüm,
Da packt euch, geht woanders hin! 

Was weinet ihr?
‚Vor Kält erstarren wir.‘
Wer kann dafür?
‚O gebt uns doch Quartier! 
Überall sind wir verstoßen,
Jedes Tor ist uns verschlossen!‘
So bleibt halt drauß!
‚O öffnet uns das Haus!‘
Da wird nichts draus.
‚Zeigt uns ein andres Haus.‘
Dort geht hin zur nächsten Tür!
Ich hab nicht Platz, geht nur von hier! 

Da geht nur fort!
‚O Freund, wohin? Wo aus?‘
Ein Viehstall dort!
‚Geh, Joseph, nur hinaus!
O mein Kind, nach Gottes Willen
Mußt du schon die Armut fühlen.‘
Jetzt packt euch fort!
‚O, dies sind harte Wort‘!‘
Zum Viehstall dort!
‚O, wohl ein schlechter Ort!‘
Ei, der Ort ist gut für euch;
Ihr braucht nicht viel. Da geht nur gleich!

Das Jahr 2018 geht nun zu Ende ….. 2ooo Jahren ist es her das dieses Lied geschrieben wurde und es erscheint mir präsenter den je ….
diese Geschichte, die wir seit so vielen Jahren immer und immer wieder hören, die in so vielen Sprachen in unzähligen Ländern von unterschiedlichsten Menschen erzählt und gesungen wird wiederholt sich!

Weihnachten steht vor der Tür – und in unmittelbarere Nähe werden Familien abgeschoben!
Warum legen wir so viele Erwartungen und Hoffnungen in diese eine Nacht hinein? Was ist es, dass uns zutiefst berührt und unsere Sehnsüchte und Wünsche so spürbar werden lässt?

Symbolisch ist es dieses Gotteskind, das in Windeln gewickelt in einer Krippe geboren wird, umgeben von Mist.

Kann es sein, dass wir in unserem Leben immer wieder mit Themen, Situationen und Gegebenheiten konfrontiert sind, die genau das aussagen?
Das dieses Gotteskind symbolisch unsere eigene tiefste, zarteste und verletzlichste Sehnsucht ist?
Das Maria für die weibliche Seite und Josef für die männliche Seite stehen?

Vielleicht steht dieser Stall für die Einfachheit, die Bescheidenheit oder die Demut in unserem Leben?
Kennen wir nicht alle den Mist, der uns oft unmittelbar umgibt und Situationen die von Engeln oder anderen Wesen geführt werden?
Bedürfnisse, Wünsche und Sehnsüchte die nach Außen drängen und dann geboren werden, in Windeln gewickelt, ganz zart – ganz sensibel, unsere ganze Aufmerksamkeit brauchen, bis sie sich festigen, bis wir Platz dafür schaffen?
Und sich dann was verändert, wir uns verändern und das ist oft neu und unbekannt?

Für mich macht es Sinn und fühlt sich richtig an diese Geschichte anders zu deuten, in mein Herz zu spüren und die Wahrheit zu erkennen!
Es ist nicht leicht in unserer Welt den Mut zu haben still zu werden, Ruhe zuzulassen und abzuwarten was passiert, wenn im Außen alles weg fällt, was bleibt über? Was bleibt über, wenn ich mir vorstelle das im Außen alles weg fällt? 

Ich kenne Zeiten in meinem Leben, da ist fast gar nichts über geblieben, da hat dieses Gotteskind in mir fast nicht überlebt – da beginnt die Herbergsuche für mein Leben. 

Und dann mit der Zeit ist etwas Neues entstanden, ist es Weihnachten geworden in mir, und das unterm Jahr …. 

Spüren, ruhig werden und voller Vertrauen … bei sich Zuhause zu sein …. Heim kommen in das eigene Herz, in die eigene Wahrheit, in das eigene Licht …. 
dann,  ganz selbstverständlich wird das aufmachen der Tür normal sein, es wird mich nicht bedrohen, wenn ich meine Welt teile mit Menschen die auf der Flucht sind, Menschen die alles aufgegeben haben und auf der Suche nach einem neuen Zuhause sind. 
Dann macht es mir keine Angst weil ich mein Zuhause kenne, dass unabhängig ist vom Außen, weil ich um die Vergänglichkeit materieller Güter weiß ….. 
ja, ich kenne diese Zeiten …. doch ich weiß auch, dass ich mich sorgen muss um mich – um mir dieses Zuhause immer wieder neu zu erschaffen – an jedem einzelnen Tag und dass es wohl immer wieder so sein wird das ich es vergesse für kurze Zeit bis sich dieses Gefühl wieder bemerkbar macht und ich weiss, es ist wieder an der Zeit Weihnachten zu feiern!

In diesem Sinne wünsche ich euch allen ein gesegnetes Weihnachtsfest!

Ich danke euch Allen für das vergangene Jahr, für wunderbare Begegnungen und Gespräche, für euer Sein und eure Liebe für unser Essen.

Ab  8.Jänner sind wir dann wieder da für euch!

Von Herzen an Euch Alle 
Ulli mit dem gesamten Team der Elfenküche und Xaverle